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Was der Himmel erlaubt -von Douglas Sirk

Nächster Clubabend: 10.12.2010 um 19:30 Uhr

"Was der Himmel erlaubt"  ist ein US-amerikanisches Melodram von Douglas Sirk aus dem Jahre 1955. Es basiert auf dem Roman All That Heaven Allows von Edna und Harry Lee. "Was der Himmel erlaubt"  ist DER Klassiker unter den Schnulzen aus Hollywood. Wunderbare Farben, jede Szene ein Kunstwerk und trotz seines Alters ein aktueller Film. Ein wunderbarer Rock Hudson,  ein Film, den man gesehen haben muss!

Zur Handlung:

Die seit einiger Zeit verwitwete Cary Scott mauert sich in ihrer Trauer ein. Sie hat Freundinnen, vor allem Sarah Warren, und einen bejahrten Ausgehpartner, aber die Liebe scheint aus ihrem Leben verschwunden. Ihr einziger Trost sind ihre beiden bereits studierenden Kinder, die altkluge Kay und der konventionelle Ned. Das ändert sich durch Ron Kirby, der die Bäume von Carys Garten pflegt und beschneidet. Er ist jünger als sie und gehört als Gärtner und Baumschulenbesitzer nicht ihrer Gesellschaftsklasse an. Rons Freundeskreis ist schlicht, natürlich und naturliebend; dort wird Thoreau gelesen und in herzlicher Freundlichkeit gefeiert. Cary verliebt sich in Ron und er sich in sie. Ron macht ihr einen Heiratsantrag und beginnt, eine alte Mühle auszubauen, die ihm gehört und die Cary sehr gut gefallen hat. Aber Carys Versuch, Ron in ihr Leben zu einzubinden, scheitert: Im Country-Club wird über die Mesalliance gelästert, Cary wird abfällig wie ein leichtes Mädchen behandelt, und ihre beiden Kinder sagen sich von ihr los. Diesem Druck vermag Cary nicht standzuhalten. Sie teilt Kay und Ned mit, dass sie Ron nicht wiedersehen werde. Dann aber merkt sie, dass ihre Kinder ihr Opfer nicht zu würdigen wissen, dass ihr an der Anerkennung des Country-Clubs nichts liegt und dass sie Ron unverändert liebt. Nachdem sie wegen anhaltender Kopfschmerzen ihren Arzt aufsucht, redet ihr dieser ins Gewissen, weil sie sich vom Leben abwendet. Danach fährt sie zu Rons Haus, der mit einem Freund auf der Jagd war. Doch Cary verlässt der Mut und will mit ihrem Auto wieder wegfahren. In diesem Moment kehrt Ron zurück, will zu ihr – und stürzt dabei einen Abhang hinunter. Als man Cary über Rons Unfall informiert, sucht sie den Bewusstlosen sofort auf. Als dieser die Augen aufschlägt und verwundert fragend ihren Namen sagt, antwortet sie ihm, dass sie nun für immer nach Hause gekommen sei.

Wirkung

Der Film rechnet gnadenlos mit der Gesellschaft der 50er Jahre in Amerika ab, indem er sie als klatschsüchtig, arrogant, materialistisch und gehässig beschreibt. Als Gegenbild wird ihr der naturliebende Freundeskreis von Ron gegenübergestellt, in dem Walden von Thoreau gelesen wird. Der Film erhielt keinerlei Auszeichnungen, ist aber wegen seiner in betörend schöne Bilder eingefangenen subversiven Botschaft ein Musterbeispiel für Douglas Sirks Meisterschaft, ungeachtet des seinerzeit bei Studioproduktionen bestehenden Anpassungsdrucks dennoch zum Kern der Dinge vorzudringen und diesen durch ironische Brechungen noch zu verstärken – wie u.a. beim Happy End, wo in der letzten Einstellung ein Damhirsch durch ein schneebeschlagenes Fenster hereinschaut.  Seit den 70er Jahren gehört der Film zusammen mit anderen Melodramen Sirks zu den großen Vorbildern von Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder, Pedro Almodóvar, Quentin Tarantino und Todd Haynes („Dem Himmel so fern“).

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