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Alice im Wunderland

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Tim Burtons recht freie Adaption von Lewis Carrolls Klassikern bezaubert mit visuellen Effekten, Witz und Charme – auch wenn sich Carroll-Puristen ärgern dürften.


Nachdem 20th Century Fox mit Camerons Avatar – Aufbruch nach Pandora (Avatar, 2009) Ende letzten Jahres am Box Office den weltweiten Durchbruch bei 3-D-Filmen feiern konnte, legt Disney nun nach. Nicht dass die Filmschmiede aus Burbank nicht bereits auf dem 3-D-Aminationsmarkt agieren würde, doch was bislang fehlt, ist eine Kombination aus Real- und Animationsfilm, die mit derartig wuchtigen Bildern daherkommt, dass sich – bei Einsatz entsprechender Werbemittel – ein ähnlicher Hype bewirken lässt wie bei Camerons Film.

Bei solchem Ansinnen liegt der Rückgriff auf den Meister der visuell skurrilen Narration, Tim Burton, nahe. Burton, der selbst als Zeichner und Animationsfilmer seine Anfänge bei Disney nahm, hat in seinen Filmen wie Beetlejuice (1986), Edward mit den Scherenhänden (Edward Scissorhands, 1990), Sleepy Hollow (1999) oder Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche (Tim Burton’s Corpse Bride, 2005) mehrfach sein Gespür für eigenwillige, teilweise recht morbide Sujets bewiesen und eine einzigartige visuelle Signatur hinterlassen. Nimmt man noch einen Star dazu, der wie kein anderer für schräge Figurenzeichnungen bekannt ist und zudem in sechs Burton-Filmen als Hauptdarsteller agierte – Johnny Depp nämlich –, dann hat man aus Sicht eines raffiniert rechnenden Produzenten ein nahezu sicheres Erfolgspaket geschnürt. Und die Rechnung geht auf.
Alice im Wunderland

Lewis Carrolls Geschichten von Alice und ihren Abenteuern in der wundersamen Unterwelt, in die man durch einen Kaninchenstollen gelangt, scheinen eigentlich wie für Burton und dessen überbordende visuelle Fantasie geschaffen zu sein. Wer aber nun glaubt, Burton beschränke sich auf eine lineare Adaption von Carrolls Büchern, der irrt. Denn Alice im Wunderland (Alice in Wonderland) ist keine Adaption im technischen Sinne, sondern vor allem die Visualisierung von Unterland, also der Welt tief unter der Erde, die Alice infolge eines Verhörers als Wunderland bezeichnet. Die Konflikte, die in diesem Film ausgetragen werden, hat Drehbuchautorin Linda Woolverton (Der König der Löwen; The Lion King, 1994) mit genauer Materialkenntnis aus beiden Carroll-Geschichten Alice im Wunderland und Alice hinter den Spiegeln herausdestilliert. Was sich also in Burtons Film zuträgt, findet sich so in keinem der Bücher. Das mag Puristen ärgern, schmälert aber den Reiz in keiner Weise.

Alice Kingsleigh (Mia Wazikowska) begegnet uns auch nicht mehr als Kind, sondern als junge Frau im heiratsfähigen Alter. Und sie soll heiraten. Nicht aus Liebe, sondern aus standesgemäßer Vernunft, um später nicht zu enden wie Tante Imogene (Frances de la Tour), die als alte Jungfer immer noch auf den richtigen Prinzen wartet. Der Film gibt sich zunächst wie eine Jane-Austen-Verfilmung, jedoch taucht – bereits ziemlich irritierend – auf dem schnöseligen Adelsfreiluftbankett das weiße Kaninchen auf, das Alice mit Fingerzeig auf seine Taschenuhr daran erinnert, dass es Zeit wird, ihm zu folgen. Alice lässt die versammelte Gesellschaft und den ihr zugedachten Bräutigam stehen und verkündet aufmüpfig-lakonisch, sie brauche noch einen Augenblick – um sich sogleich in Kaninchenloch und Abenteuer zu stürzen. Denn in Unterland – wo Alice schon mehrfach als Kind war – warten bereits ihre ehemaligen Gefährten Grinsekatze, der verrückte Hutmacher (Johnny Depp), der Märzhase, Tweedledee und Tweedledum (Matt Lucas) und andere bekannte Carroll-Gestalten, damit Alice ihrer Bestimmung gemäß der Regentschaft der furchtbaren Roten Königin (Helena Bonham Carter) ein Ende bereitet.

Wie sich die anfänglich zögerliche Alice auf die ihr zugedachte Mission einlässt, Unterland rettet und der rechtmäßigen Herrscherin (Anne Hathaway) zu ihrer Krone verhilft, wird in einem soghaften Ideen- und Bildrausch erzählt, der an Witz und Charme nichts zu wünschen übrig lässt.

Die Lust am Spiel der Darsteller ist sichtlich spürbar, und Burton arbeitet – bedenkt man, dass es sich natürlich um typisierte Märchenschablonen handelt – aus seinen Figuren interessante Ticks, Macken, ironische Brüche und Subtexte heraus. So steht sich zum Beispiel die eigentlich gütige Weiße Königin (Hathaway) mit ihrer Hochnäsigkeit und manieriertem Gehabe selbst im Weg, die böse Rote Königin (Bonham Carter) indes leidet in Wahrheit an schlimmen Komplexen, und dergleichen mehr.

Interessanterweise setzt Alice im Wunderland die 3-D-Technik behutsam und nicht als Selbstzweck ein, so dass einem – bei aller visuellen Kraft – überladenes Effekt-Kino erspart bleibt und der Film auch in einer 2-D-Variante absolut bestandskräftig sein dürfte.

Nur – und das mag ein Manko von Burtons Film sein – sollte man die literarischen Vorlagen kennen, um sich im quietschbunten Universum zurechtzufinden. Wobei es schon in den Büchern Carrolls nicht eigentlich ums Verstehen ging. Denn für das literarische Oeuvre des viktorianischen Mathematikers, Fotografen und Geistlichen ist die Auseinandersetzung mit dem Unbewussten, Assoziativen und Proto-Absurden kennzeichnend. Und das ist etwas, was Tim Burton durchweg beherrscht und kongenial visualisiert hat.

Stolz & Vorurteil

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Zum Inhalt: Im ländlichen England des frühen 19. Jahrhunderts warten die fünf wohlgeratenen Töchter der britischen Großbürgerfamilie Bennet darauf, dass ein respektabler Herr um ihre Hand anhält. So jedenfalls sind die Spekulationen von Mutter Bennet (Brenda Blethyn), die ihre Töchter ohne Rücksicht auf Verluste unter die Haube zu bringen gedenkt. Dabei hat sie jedoch nicht mit dem Eigensinn von Elizabeth (Keira Knightley), der Zweitältesten, gerechnet, die sich partout nicht für den wohlhabenden Mr. Darcy (Matthew MacFadyen) begeistern will.

Kirschblüten

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Handlung:

Trudi und Rudi Angermeier leben in einem kleinen bayerischen Dorf. Sie erfährt nach einer ärztlichen Untersuchung, dass ihr Ehemann schwer krank ist. Der Arzt schlägt eine letzte gemeinsame Unternehmung vor, etwas, was die beiden sich vielleicht schon länger vorgenommen, aber nie getan haben. Trudi beschließt, die Erkrankung geheim zu halten und den Rat zu befolgen. Sie überredet Rudi, mit ihr die Kinder und Enkelkinder in Berlin zu besuchen. Doch dort angekommen, müssen die beiden feststellen, dass ihre Kinder mit ihrem eigenen Leben viel zu beschäftigt sind, um sich um die Eltern zu kümmern.
Sie beschließen daraufhin, an die Ostsee zu fahren. Dort stirbt Trudi unerwartet. Rudi ist völlig aus der Bahn geworfen und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Als er dann auch noch von der Freundin seiner Tochter erfährt, dass Trudi das Leben, das sie eigentlich leben wollte, offenbar aus Liebe ihm geopfert habe, sieht er seine verstorbene Frau mit neuen Augen.
Rudi versucht, Trudis versäumtes Leben nachzuholen. Da ihre heimliche Leidenschaft Japan und dem japanischen Ausdruckstanz Butoh galt, reist Rudi zu seinem Sohn nach Tokio. Dieser ist von der Situation bald überfordert und wünscht seinen Vater wieder fort. Da lernt Rudi in einem Park, der in der Kirschblüte steht, eine junge Japanerin namens Yu kennen, die ihm auffällt, weil sie dort täglich den Butoh tanzt. Yu lebt in einem Zelt, hat erst vor einem Jahr ihre Mutter verloren, kann Rudis Situation gut nachvollziehen und hilft ihm, sich in der Großstadt zurecht zu finden. Trotz ihrer sprachlichen Verständigungsprobleme und trotz der großen kulturellen Unterschiede verstehen sich die beiden bald sehr gut.
Da Trudi immer davon gesprochen hat, wie gern sie einmal den heiligen Berg Fuji gesehen hätte, überredet Rudi seine neue Gefährtin, mit ihm gemeinsam dorthin zu fahren. Der Berg ist jedoch so "schüchtern", dass er sich ständig hinter Wolken verbirgt. Also beziehen die beiden ein Hotelzimmer an einem See und warten tagelang auf besseres Wetter. Rudis Gesundheitszustand verschlechtert sich. Als er eines Nachts unruhig erwacht und vor die Tür tritt, begrüßt ihn der gewaltige Fuji, vom hellen Mondlicht angestrahlt. Rudi legt sich die Kleider seiner Frau an, schminkt sich wie eine japanische Tänzerin und beginnt am Seeufer die langsamen Bewegungen des Butoh nachzuahmen. In einer letzten Vision erscheint ihm seine verstorbene Frau, nimmt ihn bei den Händen, und beide vereinen sich zum gemeinsamen Tanz vor der erhabenen Kulisse von Wasser und Berg. – Als Yu am folgenden Morgen Rudis leeres Bett sieht und nach ihm sucht, entdeckt sie ihn schließlich tot am Ufer des Sees. In seinem Gepäck findet sich ein Päckchen („For You, Yu“), in dem Rudi ihr seine gesamten Ersparnisse hinterlassen hat.
Zwei kontrastierende Szenen beschließen den Film: einerseits die Feuerbestattung Rudis, in der sein Sohn und Yu in einem feierlichen Zeremoniell die in der Asche verbliebenen Knöchelchen mit Stäbchen in eine japanische Urne balancieren; andererseits das nach wie vor von völligem Unverständnis geprägte Tischgespräch seiner Kinder, die sich über den kauzigen Vater und sein skandalöses Faible für Trudis Kleider und die Freundschaft zu der jungen Frau empören.

Barfuß – von Til Schweiger

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Handlung:

Nick Keller arbeitet kurzzeitig als Reinigungskraft in einer psychiatrischen Klinik. Dort rettet er die Patientin Leila, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet und stets barfuß geht, vor der Vollendung eines Suizides. Daraufhin verfolgt sie ihn und möchte bei ihm bleiben. Zunächst ist Nick nicht dazu bereit, jedoch gelingt es ihm nicht, sie loszuwerden.

Bei beiden Protagonisten ist der familiäre Hintergrund deutlich aus den Fugen geraten. Nick hat mit seinem einflussreichen und wohlhabenden Stiefvater und auch mit seinem Bruder Viktor ein großes Problem. Leila wurde die ersten 19 Jahre von ihrer Mutter daheim eingesperrt. Nach deren Tod, welchen Leila durch unterlassene Hilfeleistung mitverschuldete, wird sie in die Klinik eingeliefert. Leila ist naiv und geistig noch ein Kind; so nimmt sie beispielsweise alles wörtlich, was man ihr sagt. Zudem kann sie körperlichen Kontakt mit Fremden nicht ertragen.

Nick wird von seiner Mutter daran erinnert, dass er zur Hochzeit seines Bruders mit Nicks ehemaliger Freundin eingeladen ist. Auf der dreitägigen Reise von München nach Hamburg, auf der es einige Hindernisse und viel Situationskomik aufgrund des Realitätsverständnisses von Leila gibt, beginnt allmählich eine außergewöhnliche Liebesbeziehung. Auf der Hochzeit eskaliert das Verhältnis zwischen Nick und seinem Stiefvater.

In der Folge versucht Nick erneut, Leila in eine psychiatrische Klinik einzuliefern, gesteht sich aber kurz darauf seine Liebe zu ihr ein. Nachdem Nick wegen angeblicher Entführung verhaftet wurde und Leila wieder in der Klinik ist, versuchen beide, einander wiederzusehen. Nick beschließt, sich mit Hilfe einer Krankheitssimulation in Leilas Klinik einliefern zu lassen. Nach einem erneuten Anlauf Leilas zum Suizid und einem Gespräch mit Nick ändert ihre behandelnde Ärztin ihre Meinung über Nick und nimmt ihn in die Klinik auf. Die letzte Szene des Films zeigt Nick und Leila acht Monate später im Supermarkt beim Einkaufen. Beide wurden aus der Klinik entlassen.

Ein Freund von mir

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Ein Film von Sebastian Schipper.

Mit Daniel Brühl, Jürgen Vogel, Sabine Timoteo in den Hauptrollen

Deutschland: 2006

Inhalt: „So lange ich denken kann, habe ich alles richtig gemacht.“ Das sagt Karl (Daniel Brühl), ein junger Mathematiker, der als Nachwuchs-Führungskraft in einer großen Versicherung arbeitet. Dass etwas fehlt in seinem Leben, entdeckt er erst durch die Begegnung mit Hans (Jürgen Vogel), der ihn in existenzielle Dinge einweiht: In die Magie des Nacktporschefahrens zum Beispiel, oder in die Kunst, wahre Königinnen wie Stelle (Sabine Timoteo) unter Tausenden zu erkennen.”

Rezension von Thomas Kerstens:

“Karl (Daniel Brühl) ist Mathematiker und arbeitet für eine Versicherung. Das klingt nicht gerade wahnsinnig spannend und abwechslungsreich, aber der Job liegt Karl, weil er Dinge mag, die man berechnen kann. Überraschungen kann er nichts abgewinnen, denn sie sind nicht vorhersehbar oder kalkulierbar. Um das Versicherungsrisiko des Autoverleihs abzuschätzen, soll Karl dort praktische Studien betreiben und sich kurzzeitig einen Job in der Branche suchen. Dort trifft er auf Hans (Jürgen Vogel) für den das Leben nur aus heiter-philosophischen Betrachtungen und Spaß zu bestehen scheint. Die kalte und emotionslose Art Karls spornt Hans zu immer neuen und ausgefallenen Ideen an, wie er Leidenschaft und Freude in Karls Leben bringen kann. Und nach anfänglicher Ablehnung beginnt die Mauer, die Karl um sein Innerstes gebaut hat zu bröckeln.
Er fängt an, Hans unwiderstehliche Art zu mögen, seine Vorliebe für schnelle Autos zu teilen und bemüht sich, seine Philosophie zu verstehen. Als ihm Hans seine Freundin Stelle vorstellt (Sabine Timoteo) gerät Karls so geordnete Welt völlig aus den Fugen. Denn Liebe lässt sich nicht planen oder berechnen; oft trifft sie Herzen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Zutiefst verunsichert weiß Karl zum ersten Mal nicht wie es weiter gehen soll. Verstand und Herz wollen nicht mehr dieselbe Richtung einschlagen.
Sebastian Schipper hat sich für seinen zweiten Film nach Absolute Giganten viel Zeit gelassen. Das lange warten hat sich gelohnt. Ein Freund von mir ist ein wundervoller, melancholischer und witziger Film über die wahrhaft wichtigen Dinge im Leben: Freundschaft und Liebe. Grandios gefilmt und vor allem von Jürgen Vogel und auch von Daniel Brühl superb gespielt. Rätselhaft schön und bezaubernd auch Sabine Timoteo als Stelle; nur wenige Männer dürften nicht nachvollziehen können, warum Karls Welt in ihrer Nähe ins wanken gerät.
Es gibt Einstellungen voller Ruhe und dramatischer Intensität z.B. als Karl Hans die Wahrheit über seinen Job eröffnet und sich wie der letzte Idiot aufführt oder der wunderschöne und bewegende Moment, als Karl Stelle eine spanische Liebeserklärung macht. Die Autofahrt, als Stelle Zeilen aus Gustav Mahlers Ich bin der Welt abhanden gekommen singt, sicher keine gesangstechnische Meisterleistung, aber unglaublich intensiv, natürlich auch die Sache mit dem Nacktporschefahren, Szenen, die allesamt in Erinnerung bleiben und die diesen Film für mich zu einem der besten des letzten Jahres machten. Musikalisch untermalt wird das ganz überwiegend von der Band Gravenhurst, deren wunderschöner Titel Song among the pine, der das irgendwie geniale Intro begleitet, mindestens genauso lange nachhallt wie die Echos der Story und der Bilder.
Ein Freund von mir ist eine Topvisitenkarte des deutschen Kinos und ein Beleg dafür dass man sich um den deutschen Film keine Sorgen machen muss. Wenigstens nicht, solange es wunderbare Filme wie diesen gibt.”

Was der Himmel erlaubt -von Douglas Sirk

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"Was der Himmel erlaubt"  ist ein US-amerikanisches Melodram von Douglas Sirk aus dem Jahre 1955. Es basiert auf dem Roman All That Heaven Allows von Edna und Harry Lee. "Was der Himmel erlaubt"  ist DER Klassiker unter den Schnulzen aus Hollywood. Wunderbare Farben, jede Szene ein Kunstwerk und trotz seines Alters ein aktueller Film. Ein wunderbarer Rock Hudson,  ein Film, den man gesehen haben muss!

Zur Handlung:

Die seit einiger Zeit verwitwete Cary Scott mauert sich in ihrer Trauer ein. Sie hat Freundinnen, vor allem Sarah Warren, und einen bejahrten Ausgehpartner, aber die Liebe scheint aus ihrem Leben verschwunden. Ihr einziger Trost sind ihre beiden bereits studierenden Kinder, die altkluge Kay und der konventionelle Ned. Das ändert sich durch Ron Kirby, der die Bäume von Carys Garten pflegt und beschneidet. Er ist jünger als sie und gehört als Gärtner und Baumschulenbesitzer nicht ihrer Gesellschaftsklasse an. Rons Freundeskreis ist schlicht, natürlich und naturliebend; dort wird Thoreau gelesen und in herzlicher Freundlichkeit gefeiert. Cary verliebt sich in Ron und er sich in sie. Ron macht ihr einen Heiratsantrag und beginnt, eine alte Mühle auszubauen, die ihm gehört und die Cary sehr gut gefallen hat. Aber Carys Versuch, Ron in ihr Leben zu einzubinden, scheitert: Im Country-Club wird über die Mesalliance gelästert, Cary wird abfällig wie ein leichtes Mädchen behandelt, und ihre beiden Kinder sagen sich von ihr los. Diesem Druck vermag Cary nicht standzuhalten. Sie teilt Kay und Ned mit, dass sie Ron nicht wiedersehen werde. Dann aber merkt sie, dass ihre Kinder ihr Opfer nicht zu würdigen wissen, dass ihr an der Anerkennung des Country-Clubs nichts liegt und dass sie Ron unverändert liebt. Nachdem sie wegen anhaltender Kopfschmerzen ihren Arzt aufsucht, redet ihr dieser ins Gewissen, weil sie sich vom Leben abwendet. Danach fährt sie zu Rons Haus, der mit einem Freund auf der Jagd war. Doch Cary verlässt der Mut und will mit ihrem Auto wieder wegfahren. In diesem Moment kehrt Ron zurück, will zu ihr – und stürzt dabei einen Abhang hinunter. Als man Cary über Rons Unfall informiert, sucht sie den Bewusstlosen sofort auf. Als dieser die Augen aufschlägt und verwundert fragend ihren Namen sagt, antwortet sie ihm, dass sie nun für immer nach Hause gekommen sei.

Wirkung

Der Film rechnet gnadenlos mit der Gesellschaft der 50er Jahre in Amerika ab, indem er sie als klatschsüchtig, arrogant, materialistisch und gehässig beschreibt. Als Gegenbild wird ihr der naturliebende Freundeskreis von Ron gegenübergestellt, in dem Walden von Thoreau gelesen wird. Der Film erhielt keinerlei Auszeichnungen, ist aber wegen seiner in betörend schöne Bilder eingefangenen subversiven Botschaft ein Musterbeispiel für Douglas Sirks Meisterschaft, ungeachtet des seinerzeit bei Studioproduktionen bestehenden Anpassungsdrucks dennoch zum Kern der Dinge vorzudringen und diesen durch ironische Brechungen noch zu verstärken – wie u.a. beim Happy End, wo in der letzten Einstellung ein Damhirsch durch ein schneebeschlagenes Fenster hereinschaut.  Seit den 70er Jahren gehört der Film zusammen mit anderen Melodramen Sirks zu den großen Vorbildern von Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder, Pedro Almodóvar, Quentin Tarantino und Todd Haynes („Dem Himmel so fern“).

Slumdog Millionaire

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Der in Indien gedrehte Film erzählt von dem Tag im Leben des Jamal Malik, an dem er den Hauptpreis – 20 Millionen indische Rupien – in der Fernsehsendung „Who Wants to Be a Millionaire?“ gewinnt. Vor allem aber werden in Form von Rückblenden die Erinnerungen Jamals an sein bisheriges Leben und an den Vortag, an dem er alle Fragen der Quizsendung bis zur „Millionenfrage“ richtig beantwortet hatte, gezeigt.

A: He cheated

B: He’s lucky

C: He’s a genius

D: It is written

Warum sollte ausgerechnet ein ehemaliger Straßenjunge aus Mumbai als erster die Millionenfrage richtig beantworten können? Während sich der Film schließlich für Antwort „D: It is written“ entscheidet, gibt es für den Moderator der Show, Prem Kumar, keinen Zweifel daran, dass es sich bei dem 18-jährigen Jamal um einen schamlosen Betrüger handelt, zumal er selbst auch aus den Slums kommt und sich mühsam hochkämpfen musste. Um seine daraus resultierenden Minderwertigkeitskomplexe zu kaschieren, macht er sich während „seiner“ Show ans Publikum gewendet mehrfach über den Slumdog-Kandidaten lustig, der es zwischenzeitlich allenfalls zum Laufburschen gebracht habe, für den sich das Quiz ohnehin noch als unlösbare Herausforderung erweisen würde. Als sich die beiden in der Werbepause auf der Toilette begegnen, hat Prem keine Skrupel, Jamal eine falsche Antwort zukommen zu lassen. Doch Jamal durchschaut die Lüge und errät die richtige Lösung. Kurz vor der letzten Frage ertönt das Signal zum Ende der Sendung.

Vor den Türen des Studios wartet bereits die von Prem benachrichtigte Polizei. Jamal wird auf das Revier gebracht, dort gefoltert und verhört. Als Jamal zu Wort kommt und zu jeder einzelnen Quizfrage erklären kann, wieso er die Antwort wusste, lässt sich der Kommissar von seiner Geschichte fesseln. In Rückblenden erfährt der Zuschauer so von den Lebensgeschichten Jamals und seines Bruders Salim im modernen Indien, vom Aufwachsen der Halbwaisen im Slum, dem gewaltsamen Tod der Mutter und dem Zusammentreffen mit der Waisen Latika. Jamal berichtet von der unfreiwilligen Zeit der drei Kinder in einer Bettelorganisation, der Flucht der Brüder, dem unsteten Leben als fliegende Händler in Zügen und als vermeintliche Fremdenführer am Taj Mahal, bis zum Bruch mit seinem Bruder und dem jetzigen Leben als Teeservierer (Chaiwallah) in einem Callcenter. Jede Quizfrage steht für einen bestimmten Lebensabschnitt, und so erklärt sich auch, dass es Jamal nicht um das zu gewinnende Geld geht, sondern darum, durch den Fernsehauftritt seine Liebe Latika wiederzufinden, die er zuvor bereits mehrfach getroffen und wieder verloren hatte.

Jamal ist über Nacht zum Medienstar geworden. Da der Kommissar schließlich von der Unschuld Jamals überzeugt ist, lässt er ihn rechtzeitig vor der entscheidenden Fernsehsendung frei und bringt ihn zum Studio. Sein Bruder Salim, der Jamal im Fernsehen sieht, bereut seinen Lebenswandel als skrupelloser Handlanger des reichen Verbrechers Javed. Er verhilft Latika, die Javed inzwischen zu seiner Liebesdienerin gemacht hat, zur Flucht und überlässt ihr sein Mobiltelefon und seinen Wagen, mit dem sie zur Show fahren will. Jamal kann indessen die letzte Frage nach dem Namen des dritten Musketiers nicht beantworten. Er wählt den Telefonjoker und lässt die einzige Nummer anrufen, die er kennt – die seines Bruders. Latika, die im Verkehrschaos Mumbais steckengeblieben ist, sieht ihn in einem der zahllosen Fernsehgeräte und beantwortet seinen Anruf. Dass Latika lebt, bringt Jamal durcheinander, allerdings kann auch sie ihm nicht helfen. Jamal setzt alles auf eine Karte und die Antwort A (für Aramis) – und hat damit das letzte Rätsel per Zufall gelöst.

Zur gleichen Zeit will Javed sich an Salim für dessen Verrat rächen. Doch Salim inszeniert seinen eigenen Tod, erschießt seinen Boss und wird daraufhin – in einer Badewanne voller Geld liegend – von dessen Wachen erschossen. Später in dieser Nacht treffen sich Jamal und Latika auf dem Victoria-Bahnhof und küssen sich. Es folgt ein musikalisch-tänzerischer Abspann im typischen Bollywood-Stil.


Film Club Barchel – “Verrückt nach Paris”

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Der Film-Club-Barchel veranstaltet anläßlich der Installation einer neuen 3 Meter breiten Leinwand am kommenden Freitag 12.3.2010 ab 19:30 einen Abend der “offenen Tür” in der Alten Schule Barchel (Probenraum). Alle Club-Mitglieder und alle, die es vielleicht noch werden, sind herzlich eingeladen, die neue Leinwand zu begutachten. Gezeigt wird der wunderbare Film “Verrückt nach Paris” von Eike Besuden aus dem Jahre 2002. “Drei Behinderte machen auf eigene Faust Urlaub vom Heim. Daraus entwickelt sich ein temporeiches Road-Movie, das an Witz und Situationskomik manch andere Komödie in den Schatten stellt und an dessen Ende die drei mit beneidenswerter Kraft und Verstand die Verwirklichung ihrer Träume vorangetrieben haben werden.
Hilde, Karl und Philip leben in einem Heim für Behinderte. Hilde arbeitet als Küchenhilfe und schält eimerweise Kartoffeln, Philip und Karl stellen in einer betreuten Werkstatt Watschelenten her. Alle drei sind frustriert und gelangweilt. Ein paar Tage Urlaub wollen sie sich nehmen und hauen aus dem Heim ab. Die drei verhalten sich dabei auffallend clever, schließlich haben sie im Heim gelernt, ihre Sachen selbst in die Hand zu nehmen. Enno, ihr Betreuer, ausgebrannt von seiner Arbeit, macht sich widerwillig auf den Weg, das Trio zurückzuholen. Eine Verfolgungsjagd mit Hindernissen beginnt, die über Umwege bis nach Paris führt. Dabei lässt sie ihre absolute Solidarität untereinander ihrem Pfleger immer eine Nasenspitze voraus sein. Am Ende ist nichts mehr wie es war. Denn nach Paris ist alles verrückt.”

Der Regiesseur Eike Besuden ist vielen sicher noch bekannt als Moderator von Radio Bremen (“Buten un Binnen”). Neben Dominique Horwitz spielen drei Laien SchauspielerInnen des Bremer Blaumeier-Ateliers in den Hauptrollen. Ein Film, der zu Herzen geht, ein Film, der zum Lachen anregt, eiin Film den Sie auf keinen Fall verpassen sollten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des FilmClub unter http://filmclub.barchel.de oder telefonisch bei Bernhard Autschach unter 0172 – 6861212.

Der Pianist – Roman Polanski (2004)

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“Basierend auf der Bestseller-Autobiografie “Das wunderbare Überleben” von Wladyslaw Szpilman erzählt Ausnahmeregisseur Roman Polanski eine wahre Geschichte aus dem Polen der Nazi-Barbarei und kehrt 40 Jahre nach seinem oscarnominierten Regiedebüt in seine Heimat zurück.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der gefeierte jüdische Konzertpianist und Komponist Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody). Mit dem Einmarsch der Nazis in Polen, beginnt auch für Szpilman eine Zeit des Leidens. Nur mit viel Glück entkommt er der Deportation aus dem Warschauer Ghetto und findet in den Ruinen der Stadt Zuflucht. Im täglichen Kampf ums nackte Überleben in der gespenstisch entvölkerten Metropole, hilft ihm ausgerechnet ein deutscher Offizier (Thomas Kretschmann).

Polanski weiß aus eigener Anschauung, wovon er spricht. Er flüchtete als Kind selbst aus dem Krakauer Ghetto, seine Mutter wurde in Ausschwitz ermordet. Obwohl man nie das Gefühl hat, dass es Polanski vordergründig um die Aufarbeitung seiner persönlichen Vergangenheit geht, ist diese Verbindung immer spürbar. Trotz des auf Distanz bedachten unterkühlten Stils bricht die eigene Empfindung in Form unbändiger Wut durch und ist für verstörende, ungemein intensive Szenen verantwortlich.

So muss Szpilman beispielsweise hilflos miterleben, wie ein kleines Kind, dass er durch ein Mauerloch zu sich ziehen will, von der anderen Seite von dessen Verfolgern erschlagen wird. An anderer Stelle wird ein SS-Mann gezeigt, der eine Gruppe frierender Häftlinge nur so zum Spaß drangsaliert. Es ist die Willkür mit der über Leben und Tod entschieden wird, sowohl beim grölenden SS-Schergen als auch beim helfenden deutschen Offizier.

Polanski hat gesagt, dass er immer wusste, er würde irgendwann einen Film über den Holocaust drehen. Dass es ihm erst so spät, als knapp 70-Jährigem, gelungen ist, hat beinahe etwas Rührendes. Gleichzeitig steht vielleicht Polanski selbst für den Hoffnungsschimmer, den er in der Geschichte des Pianisten Szpilman entdeckt hat. Er selbst hat schließlich sein Leben gelebt, auch wenn es lange gedauert hat, bis er zurückblicken konnte.” –Thomas Reuthebuch

Quelle: Aus der Amazon.de-Redaktion

Lacombe Lucien – Louis Malle 1973

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Im Juni 1944 wendet sich der junge französische Bauernbursche Lucien an seinen früheren Lehrer mit der Bitte um Aufnahme in die Résistance. Als der ihn wegen seines jugendlichen Alters ablehnt, wendet sich Lucien den Nationalsozialisten zu und lässt sich von diesen als Helfer anwerben. Nachdem er den Lehrer als Organisator des Widerstands verraten hat, kann er sich dank seiner neuen Macht der Familie eines reichen jüdischen Schneiders aufdrängen. Dort findet er Gefallen an der Tochter des Hauses. 

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“Lucien strotzt aus allen Poren von jugendlicher Kraft, von Tatendrang und Draufgängertum. In kriegerischen Zeiten können diese Energien aber durchaus fehlgeleitet werden. Wir schreiben das Jahr 1944, deutsche Besatzungszeit in Frankreich. Lucien arbeitet in einem Altenheim. Das reicht ihm aber nicht mehr aus. Er versucht bei seinem ehemaligen Dorfschullehrer bei der “Résistance” anzuwerben, wird aber als zu jung abgelehnt. Na, dann eben zum Feind, denkt es sich wohl. Bei der deutschen Polizei findet er schnell Gefallen an Macht und Skrupellosigkeit. Ein durchaus gefährlicher Job, doch das scheint Lucien fällig egal zu sein. No risk no fun!
Durcheinander gerät er erst, als er sich in die Tochter eines versteckt lebenden jüdischen Schneiders verliebt. Mit seinem aggressiven Imponiergehabe beisst er jedoch zunächst auf Granit…..”

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